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Rede in der Bürgerschaft zur Aufhebung der strengen Corona-Regeln in Pflegeheimen

Am heutigen 21. April spreche ich in der Hamburgischen Bürgerschaft zur 39. Verordnung zur Änderung der Hamburgischen SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung.

Nachfolgend meine Rede zum Nachlesen und als Video.

Quelle Hamburgische Bürgerschaft

Herr Präsident, meine Damen und Herren,

Endlich, gute Nachrichten: 

die Menschen, die im vergangenen Jahr besonders stark unter den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie gelitten haben, können aufatmen. 

Ich spreche von den Menschen in den Pflege-Heimen, die nun geimpft und vor schweren Verläufen geschützt sind. Denn der Impfstoff hält, was er versprochen hat. 

Bis dahin war es allerdings ein langer, dunkler Weg. Infektionen im ganzen Haus, keine privaten Besuche auf dem Zimmer, kein Plausch mit den Nachbarn beim Mittagstisch, vermummte Menschen bringen Tabletts mit Essen vorbei. 

Menschen mit Demenz weinen, weil sie nicht von ihren Liebsten in den Arm genommen werden – und manche Angehörige weinen gleich mit. 

Zu viele Menschen sind in Hamburger Pflegeheimen gestorben. Jeder 5. Infizierte hat dort Covid-19 nicht überlebt.  

Der Gedenktag für die Corona-Toten ist erst ein paar Tage her, 80.000 Menschen sind in Deutschland gestorben, über 1.400 in Hamburg. Dabei wird der Blick auf die Zahlen gefühlt zum bürokratischen Akt. Wir sehen Statistiken, bunte Kurven, schwarze Linien.

Aber jedes Opfer hat seine ganz eigene Geschichte. Und hinter jeder Zahl, jeder Kurve stehen Schicksale, Einsamkeit, Verzweiflung.

Es ist uns nicht gelungen, Heimbewohner*innen ausreichend vor der Ansteckung mit dem Corona-Virus zu schützen. Das erzeugt auch ein Gefühl der Ohnmacht – und macht mich traurig. 

Meine Damen und Herren,

Um so dankbarer bin ich nun, dass unsere hochaltrigen Mitmenschen in Hamburg zu großen Teilen die Impfung erhalten haben. In den Pflegeheimen lässt die Anspannung nach, beim Personal und bei den Geimpften.  Bewohner*innen in den Pflegeeinrichtungen können sich jetzt auch wieder treffen. 

Sie können wieder gemeinsam essen, sich austauschen und – mit Test, Abstand und Vorsicht- wieder täglich Angehörige und Freund*innen empfangen. Sie können sich den Ort aussuchen, an dem sie sich aufhalten wollen und geliebte Menschen umarmen. 

Ein Moment großer Erleichterung. Es ist dem hohen Einsatz der mobilen Impfteams, der Einsatzkräfte im Impfzentrum und der Mitarbeiterschaft in der Sozialbehörde – unter anhaltend, höchstem Druck – zu verdanken, dass nun viele Menschenleben gerettet werden konnten. Ihnen allen gilt unser aufrichtiger Dank und unsere volle Anerkennung der geleisteten Arbeit, die mit nichts aufzuwiegen ist!

Durch diese Gemeinschaftsleistung ist es gelungen, dass viele Hamburgerinnen und Hamburger nun weniger Angst haben müssen und ihr Leben wieder leichter wird.  Und es ist richtig, geimpften Menschen das Leben wieder leichter zu machen, damit ein kleines Stück Normalität in den Alltag zurückkehrt. 

Auch beim Service-Wohnen, wo ältere Menschen in Gemeinschaft leben und nun ihre Impfungen erhalten haben, muss das bald wieder möglich werden!  

Schritt für Schritt können wir so die Impfung nicht nur körperlich, sondern auch sozial wirksam werden lassen.

Vielen Dank.

Christa Möller-Metzger, Hamburgische Bürgerschaft, 21.04.2021

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